Die Tricks der Optiker

Zum Stern-Artikel vom 25.07.2013, Heft Nr. 31;

 

1 Tag nach Erscheinen des Stern rief mich die Autorin Frau Silke Gronwald an.

Sie bat um Entschuldigung für die Aufmachung und den Titel, aber wörtlich:

"Die Wahrheit ( lt. Redaktion !!!) richte sich eben nach der zu erwartenden Verkaufsauflage und nach den zukünftig dadurch zu erwartenden Anzeigenschaltungen."

Wenn Sie jetzt schon begriffen haben, woher diese sogenannte Wahrheit des Stern kommt, brauchen Sie nicht weiter zu lesen......("Enthüllungen" nach Gutsherrn-Art, oder Willkür..... ? ist für mich die Frage.)

Gut. Die "Hitler-Tagebücher" wurden ja auch von Stern verfasst -pardon- veröffentlicht.. ;-)

 

Fakt ist:

• Die getätigten Stern-Aussagen sind fachlich in überwiegender Mehrheit falsch und entsprechen auch nicht meiner Ansicht. Dazu wurde ich gar nicht befragt!

• Die Nennung meiner Person (des vereidigten Sachverständigen) erweckt beim Leser den Eindruck, daß ich den Aussagen der Autorin inhaltlich zustimmen würde oder zugestimmt hätte. Das ist grundsätzlich falsch. Dazu wurde ich auch nicht befragt.

• Ich distanziere mich mit Nachdruck von diesen Darlegungen und glauben Sie bitte nicht, daß dieser Artikel in grundlegenden Dingen dem Wissensstand eines vereidigten Sachverständigen -auch nur im Ansatz- entsprechen würde.

• Ich habe den Artikel weder geschrieben, noch gehe ich mit den meisten Aussagen hierin konform.

• Ich hatte ferner keine Kenntnis über den Beitragstitel, dessen Inhalt oder der Aufmachung.

Ich hatte/habe aber (immer noch) die schriftliche Zusicherung der Autorin, den Artikel vorher zu lesen und ggf. Korrekturen durchzuführen. Gerne stelle ich jedem Anfragendem diese Mail zur Verfügung.

"Liebe" Frau Silke Gronwald: Alle (!) unsere EMails sind gespeichert.....

Deswegen wurde Ihre Fragen auch nur per Mail beantwortet.

• U.a.: Die "Anleitung zum Feilschen" als "So läuft´s beim Optiker" tituliert

entstammt der freien Erfindung der Autorin in jedweder Hinsicht.

 

Ich lege äussersten Wert auf die Tatsache, daß ich nur zu Teilaspekten befragt wurde und diese auch noch mehrheitlich nicht (!) übernommen wurden. Zu ca. 90% der sog. "Darlegungen" wurde ich überhaupt nicht befragt.

 

Nicht nur "einigen" Darstellungen im Artikel des Stern darf ich hiermit die Grundlage entziehen:

Preisgestaltung in der Augenoptik

Einige sehr wenige "schwarze Schafe" arbeiten in der Branche mit extremen Roherträgen. Da die Kunden dieses aber bemerken, halten sich diese Firmen i.d.R. nicht lange am Markt. Fast alle der mir bekannten Kolleginnen und Kollegen in der Branche kalkulieren sorgsam, sodass i.d.R. der Verdienst an einer Brille ca. 7-15% beträgt. Das ist übrigens eine normale Handwerks- kalkulation, sodass hohe Rabatte nicht gewährt werden können.

Link  Eine Erklärung zu hohen Nachlässen: "Sonderangebot #1" Link

 

Sicherlich ist es auflagensteigernd,

wenn den Lesern "deutliche Kosteneinsparungen" angedeutet bzw. versprochen werden. "So zahlen Sie nicht zuviel !" wird propagiert, allerdings wird diese Ankündigung nicht eingehalten. Die "Tipps" des Stern sind für den Kunden -meiner Meinung nach-: Wertlos !

Eine Brille besteht nicht nur aus 2 Gläsern und einer Fassung:

Die eigentliche Ermittlung des tatsächlichen Kundenbedarfs -zur Wiederherstellung optimalen Sehens- ist für den korrekt arbeitenden Augenoptiker das Instrument erster Wahl.

Link Der Vergleich: "Das Individualverfahren in Gegensatz zum Standardverfahren " Link

 

"Sinnlose Extras" wie Lotus-Beschichtung ?

Lotusbeschichtungen sind im Gegensatz zur Angabe im Artikel sogar sehr sinnvoll !

Der Laie ist vielfach der Ansicht, daß man die Brille aber nun nicht mehr putzen müsse. Das ist zwar falsch, aber: Da Fette und Wasser jetzt sehr schlecht -wenn überhaupt- auf den Brillenlinsen haften, entfällt der "schmierige" Belag und die Brillenlinsen lassen sich ganz einfach reinigen. ("Schon 3x geputzt und immer noch nicht sauber..." entfällt.)

Sinnvoll ist ggf. auch eine Selbstönung der Brillengläser: Falls der Kunde dieses infolge seiner Lichtempfindlichkeit braucht.

 

Vollentspiegelung nur für nächtliches Autofahren ?

Optimaler "Blendschutz" -eigentlich 86%ige Restreflexminderung, für brilliantklares Sehen- wirkt sich übrigens nicht nur Nachts, sondern selbstredend auch tagsüber äusserst positiv aus.

 

Preisnachlass durch Vorlage eines Internet-Shop-Angebots ? .....werden Sie wohl kaum erhalten (können)

Der regulär arbeitende Augenoptiker nennt Ihnen gleich den richtigen Preis. Richtig ist auch, daß Sie Internet-Angebote überhaupt nicht mit denen Ihres Augenoptikers vor Ort vergleichen können. (Der Autorin habe ich dieses übrigens mitgeteilt.)

Ein Hintergrund als Beispiel: Es gibt in der Fertigung von Brillengläsern (heissen eigentlich Brillenlinsen) u.a. unterschiedliche Schleiftechniken. Sowohl bei Einstärkenlinsen und Mehrstärkenlinsen (Gleitsicht). Je nach Aufwand können Sie in den Randbereichen z.B. brilliant scharf oder eben nur undeutlich Sehen.

 

Was hat man Ihnen jeweils nun genau angeboten ?

Letztendlich können Sie nur den Preis vergleichen, aber nicht die Leistung. "Alle kochen nur mit Wasser": Rabatt auf höherwertige Brillen infolge eines zu diesem -nicht vergleichbaren- anderen Produkts dürfte -hiermit begründet- nicht zu realisieren sein.

Sagen wir -ganz salopp- mal so: Der "Tipp" des Stern, bei Ihrem Augenoptiker einen Rabatt infolge eines Internet-Angebot aushandeln zu können (bzw. dieses zu versuchen), wird von mir schlichtweg als "Humbug aus Hamburg" bezeichnet.

Das zu versuchen wäre für den seriös arbeitenden Optiker in etwa wie folgt vergleichbar:

Gehen Sie mal zum Bäcker und fragen nach dem Preis für ein Kilo Weissbrot. Dann versuchen Sie einen Preisnachlass zu erhalten, weil 1 kg Weissmehl im Supermarkt deutlich weniger kostet.........

Sie verstehen was ich meine ? Prima, denn: Ich mache seit Jahren bundesweit ortsübliche Preisermittlungen und Leistungsvergleiche identischer Produktanfertigungen, als vereidigter Sachverständiger unterliege ich jedoch der absoluten Schweigepflicht.

Aber eines kann ich Ihnen versichern:

Bestenfalls erzeugen Sie beim Optiker Ihres Vertrauens mit diesem "Stern-Tipp" nur einen Heiterkeitsanfall, aber eigentlich machen Sie sich im Fachgeschäft damit nur ziemlich....lächerlich.

 


 

Internet-Shops propagieren: Die Brille sei ein Massenprodukt.

Am Beispiel einer Entspiegelung trifft Brille24-Gründer Matthias Hunecke die Aussage: "Viele klassische Optiker lassen den Kunden in dem Glauben, eine Brille sei ein schwer herstellbares Produkt. Doch in Wahrheit ist es längst ein Massenprodukt. Nur ein Beispiel:  Entspiegelung ist heute in der Produktion guter Gläser Standard. Es wäre viel teurer, ein einzelnes Paar auszusortieren und nicht zu entspiegeln.Trotzdem wird es dem Kunden als teures Extra verkauft."

 

Unabhängig davon, daß die Hersteller sich ob dieser Aussage wohl die Haare raufen werden ist allgemein in der Branche der Extrafertigungs-prozess einer Entspiegelung "nicht unbekannt" und ein notwendiger Preis ist selbstredend gerechtfertigt.

Allerdings werden bei den Internet-Shops auch Aufpreise für entsprechende Vergütungen genommen. Warum wohl ? Andererseits ist bei vielen "Angeboten" eine Entspiegelung schon enthalten und somit auch schon im Endpreis -wie immer- einkalkuliert.

Ich darf Ihnen glaubhaft versichern, daß eine Brille kein Massenprodukt ist.

Warum Sie mit einer reinen Internetbrille (egal ob Einstärken- oder Gleitsichtausführung) eine Gefahr für den Strassenverkehr darstellen können....

(Ja, Sie haben richtig gelesen.) erfahren Sie hier:

Link Beitrag Internetbrillen Link

 

 


 

Augen auf beim Brillenkauf

1.Sehtest

Der Stern: „Zunächst prüft der Optiker anhand von Leuchttafeln, wie gut Sie in der Ferne und Nähe schauen können. Mithilfe des Phoropters,........, werden Ihre genauen Werte und die dazu passenden Korrekturgläser bestimmt. Ganz ohne Ihr Zutun erfolgt am Ende die Berechnung der Lichtbrechung im Auge. Dazu genügt ein kurzer Blick in ein sogenanntes Refraktometer.“

Klarstellung hierzu in Kurzform:

Das ist leider grob falsch. Zunächst kann man (zur groben Vormessung) einen sogenannten Autorefraktometer benutzen. Wer allerdings diese Werte schon als Grundlage für die Brillenfertigung verwendet......

begeht einen der schlimmsten Fehler in der Branche.

Zwingend erforderlich ist eine sogenannte subjektive Refraktionsbestimmung (nur vom Meister persönlich!, oder unter seiner Aufsicht) welche unter Befragung -sprich: Mitwirkung- des Kunden mit System zu einem verwendbaren Ergebnis/den richtigen Brillenglasstärken kommt. Diese gemessenen Optimalstärken sind nachfolgend auf die sog. Korrektionsebene des Brillenglases in der gewählten Fassung noch umzurechen. (Was die reinen Internet-Versender übrigens gar nicht vornehmen können.)

2.Bedarfsanalyse

Der Stern: "Benötigen Sie eine spezielle Arbeitsplatzbrille ? Soll Ihnen die Brille auch beim Autofahren oder nachts helfen ? Oder genügt Ihnen eine reine Lesebrille ? Von diesen Faktoren hängt ab, welches Glas für Sie ideal ist. Lassen Sie sich die Vor- und Nachteile verschiedener Modelle genau erklären."

Klarstellung hierzu in Kurzform:

Eine individuelle Bedarfsanalyse kann in der Kundenberatung ca. 1-2 Std. Zeit (und länger) in Anspruch nehmen.

Wie soll der Optiker sonst wissen, was Sie tatsächlich benötigen ?

Die Erklärung der Vor- und Nachteile haben zwangsläufig zu erfolgen. Tätigkeit und Einsatzgebiete sind hierbei nur ein Aspekt von sehr, sehr vielen. Zu viel......um alles hier aufzuführen.

3.Die richtige Fassung

Den Stern-Text lasse ich raus. Ist Ansichts- und/oder Geschmackssache, wie immer.

4. Endkontrolle

Der Stern: „Das optische Zentrum der Gläser muss genau vor Ihrer Pupillenmitte liegen. Dabei kommt es auf Millimeter an. Diese Zentrierung muss der Optiker beim Anpassen der fertigen Brille vornehmen.“

Klarstellung hierzu in Kurzform:

Das optische Zentrum der Gläser darf keinesfalls immer (!) vor der Pupillenmitte liegen, insbesondere bei sogenannten aspärischen Gläsern (hier gilt eine andere Höhenregel), ferner ist die gewollte Verlagerung des optischen Mittelpunktes beim Ausgleich von Schielwinkelstellungen sogar ein absolutes MUSS.

DIE BESTIMMUNG DER KORREKTEN ZENTRIERUNG MUSS DER OPTIKER MIT VORANGEPASSTER BRIILE (!), also vor Einarbeitung der Brillengläser vornehmen. Es kommt sogar auf Zehntelmillimeter an. (Auch eine Tätigkeit, welches der reine Internet-Brillenversender nicht bewerkstelligen kann.) Bei der Abgabe der fertigen Brille hat der Optiker die korrekte Zentrierung bei optimalem Sitz der Fassung nochmals zu kontrollieren.

(Auch eine Tätigkeit, ….Sie wissen schon...)

5. Belege

 Der Stern: "Achten Sie darauf, dass Sie mit der fertigen Brille auch die exakten Unterlagen erhalten. Dazu gehört der Brillenpass, in dem neben den Angaben über Ihre Sehstärke auch Informationen über die Fassung und das Ausfertigungsdatum vermerkt sind. Bestehen Sie auf Transparenz, und lassen Sie sich den Hersteller und die exakte Bezeichnung der eingebauten Gläser schriftlich geben. Dieses machen Optiker nicht automatisch."

Klarstellung hierzu in Kurzform:

Der Erhalt exakter Unterlagen dürfte wohl selbstverständlich sein. Ein Brillenpass dient Ihnen übrigens zum Vergleich der Stärkenentwicklung im Laufe der Jahre. Vielmehr eigentlich nicht. Das Wissen um den Glashersteller und die genaue Produktbezeichnung dient Ihnen zur Kontrolle, ob das besprochene Produkt auch auf Ihren Papieren steht.

Kontrollieren können Sie dieses selber letztendlich jedoch nicht. Das kann nur der Fachmann/die Fachfrau. (Bei Gleitsichtgläsern haben Sie nämlich die "Auswahl" von 1200 unterschiedlichen Gravuren.) Nur in ganz seltenen Fällen ist dieses nicht der Fall.

Die Branche ist sehr ehrlich.

 

 

Sonstiges

 Der Stern: „Der Kunde soll den Durchblick verlieren. Preisschilder kleben die Optiker deshalb immer nur auf Fassungen.“ Das dürfte -meiner Ansicht nach- wohl rein populistischer Art gemeint sein.

Überlegen wir mal:

Die Brillengläser müssen ja noch (zumeist) angefertigt werden. Alleine bei Gleitsichtgläsern haben die Optiker eine Auswahl von ca.1200 (!) unterschiedlichen Produkten. Bei unterschiedlichen Stärken, Beschichtungen, Filterwirkungen, Durchmessern, Fertigungsparametern etc. stellt die Forderung zum Auspreisen körperlich nicht vorrätiger Ware schon eine „Herausforderung“ dar.

Link  Hauptseite (Preisgestaltung in der Augenoptik) Link

 


 

Zur bemängelten Transparenz in der Preisgestaltung....

 

Grundsätzlich ist der Preis abhängig von dem/den

  • Zeitaufwand

  • Materialeinsatz

  • Qualifikation des Personals

  • Allgemeinen Betriebskosten

 

Zu Zeitaufwand:

Messung der benötigten Brillenglasstärken

  • Präzisionsmessung mit entsprechenden Gerätschaften, oder im

  • „Hau-Ruck-Verfahren“: Besser, schlechter, schon fertig... Ok, das sind ihre Stärken.....)

Ermittlungs- und Beratungsaufwand zur tatsächlichen Bedarfsermittlung (incl. Auswertung)

  • "10 Min.-Beratungen" kosten weniger als 1-2 Std.Bedarfsermittlung....

Messung der benötigten Anfertigungsdaten

  • Wie müssen die Brillengläser vorberechnet werden, daß die benötigte Wirkungen an der entsprechenden Stelle nach der Einarbeitung auch wirklich optimal ist ?

Einarbeitung in die gewählte Brillenfassung

  • Hochgenau mit Zeitaufwand durch Fachpersonal ?

  • Oder: Schnell schleifen, rein damit, fertig...?

Abgabe und nachträglicher Service

 

Zu Materialeinsatz:

  • Kosten der Brillenfassung im Einkauf

  • Kosten der Brillengläser im Einkauf

Zu Qualifiziertes Personal:

  • Beratung und Ausführung vom Meister

  • Gehilfen...(Auszubildenden ?)

  • Oder von angelernten Kräften ?

Zu Betriebskosten:

  • Hierzu zählen alle möglichen Kosten zur Inbetriebnahme bzw. zur Aufrechterhaltung des Geschäfts.

  • U.a. Gehälter, Ladenlokalmiete, Stromkosten, Versicherungen, Fortbildungen, Ausstattung in Gerätschaften und Warenlager (z.B. Fassungen) und vieles, vieles mehr.

 

Eine Erkenntnis könnte lauten:

Sie haben keine Chance die tatsächliche Leistung anhand eines Preises abzuschätzen, da Sie bei wesentlichen Tätigkeiten gar nicht dabei sind. Besonders bei Komplettpreisen können die Einzelleistungen von Ihnen schon gar nicht erkannt werden.

 

Was der Kunde vergleichen kann:

  • Genommener Zeitaufwand zur Bestimmung der benötigten Brillenglasstärken

  • Genommener Zeitaufwand für die Beratung (wie intensiv wurde sich um mich gekümmert)

  • Genommener Zeitaufwand bei der Abgabe der Brille

  • Ggf. kostenlose Serviceleistungen (auch nach Jahren)

  • Sehe ich besser als mit meiner bisherigen Brille ?

 

Was der Kunde nicht vergleichen kann:

  • Um wieviel besser hätte ich ggf. sehen können, wenn anders beraten, eingekauft und verarbeitet worden wäre ?

  • Stimmt die Aussage, daß es nicht besser geht ?

  • Das ggf. weiterhin vorhandene Probleme nicht hätten beseitigt werden können ?

  • Trifft es zu, daß man sich erst einmal an diese Art Sehen gewöhnen muss ?

  • Und sind die Gewöhnungen Individuell oder Qualitätsbedingt ?

  • Wie genau stimmen letztendlich die gemessenen Brillenglasstärken (Augenoptiker oder Augenarzt)?

  • Sind die vorgenommenen Messungen zur Anfertigung der Brille vollumfänglich optimal oder wurde im Standardverfahren einfach nur pauschal gemessen ?

  • Wurden die Brillengläser optimal vorberechnet (vor Bestellung & Einarbeitung) ?

  • Wie sorgfältig wurden die Brillengläser in die Fassung eingearbeitet ?

  • Die tatsächlichen Kosten des Optikers beim Bezug der Fassung u. der Gläser (die Qualität) ?

  • Bildungs- bzw. Fortbildungsstand des ausführenden Optikers (Beratung + Werkstatt !) ?

  • Einkalkulierte Betriebskosten (pro Brille) ?

  • Gerätschaften des Betriebes (Präzisionsgeräte oder Standard-Einfach) ?

Wenn also progagiert wird, daß eine absolute Transparenz geschaffen

werden soll, so müssen Sie auch alle diese Faktoren hierbei berücksichtigen.

 

Ausnahme "Science Fiction":

Zunächst werden bei Ihrem Preisvergleich die infrage kommenden Firmen von einem Wirtschaftsprüfer auf Ihre Wirtschaftlichkeit hin geprüft. Nachfolgend bekundet der bezogene Augenoptiker seine Absicht nach welcher Präzision er denn fertigen möchte. Um die korrekte Umsetzung zu gewährleisten muss ein vereidigter Sachverständiger bei allen Tätigkeiten im Bestell-, Lieferungs- und Anfertigungswesen (Werkstatt) bishin zur Abgabe und bei allen Nachkontrollen zugegen sein.

Ok, das war nur Sciene Fiction.......

Auffallen dürfte, daß dieses selbstredend schlichtweg unmöglich ist.

Es mangelt also nicht am Willen der Augenoptiker-Branche Transparenz zu schaffen, sondern die Umsetzung nach der im Beitrag geforderten Transparenz ist nicht realisierbar.

Ferner wäre dieses Vorgehen wohl schon ein Vertrauensbruch im Vorfeld, sodaß ein Vertragsabschluss nicht sehr wahrscheinlich erscheint.

 

Ich nehme gerne Ihre Lösungsvorschläge hierzu entgegen !

 


 

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

 

die Reaktionen VOR den Klarstellungen zu diesem Stern-Artikel reichten von

„Wie können gerade Sie (!) als vereidigter Sachverständiger so einen Unsinn unterstützen ?“ über

„Wann haben Sie eigentlich das letzte mal in der Branche gearbeitet ?“ bishin zu

„Totengräber der Augenoptik“...........

 

Als „öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Augenoptiker- Handwerk der Handwerkskammer zu Köln“ ist es meine Aufgabe neutrale Sachstandsfeststellungen zu treffen und als weitere Grundvoraussetzung u.a. selbständig tätig zu sein. D.h., um am „Puls der Zeit“ zu bleiben fordern die Handwerkskammern einen eigenen Betrieb (wie bei allen vereidigten SV´s).

Ich arbeite also täglich in der Branche und kenne die Bedürfnisse der Kunden. Nach meinen Darlegungen und Klarstellungen wandelten sich die Kollegen-Kommentare um 180°.... Hierfür darf ich mich an dieser Stelle bedanken. (Alle EMails konnte ich jedoch nicht beantworten.)

Die Darlegungen von Frau Gronwald waren mir in diesem Zusammenhang vorab nicht bekannt. Ich habe sie darum gebeten den Artikel vor Veröffentlichung „quer zu lesen“, welches mir von ihr auch schriftlich avisiert wurde. Das dieses nicht erfolgte („Das darf ich gar nicht !“) ist bedauerlich, sagt aber so einiges über die Art und Weise der Recherche aus.

Letztendlich gibt mir einzig der Hinweis im Artikel auf diese/meine Internetseite die Gelegenheit eine Klarstellung in öffentlicher Form zu tätigen. Auf alle (!) „tollen Tipps und Hinweise für den Endverbraucher“ kann ich aus zeitlichen Gründen aber leider, leider nicht eingehen. Ich versuche jedoch zumindest die gröbsten Falschinformationen klarzustellen.

 

So können Sie mir jedoch helfen:

Bitte lachen Sie Ihren Kunden nicht aus, wenn er/sie mit Hinweis auf einen Internetpreis versuchen sollte einen Nachlass auszuhandeln. Der Kunde weiss nicht, daß das Internetprodukt mit Ihrem überhaupt nicht vergleichbar ist. Er/sie kennt ja nur einen Preis, nicht die zugehörige Leistung. Sie und ich wissen genau, daß z.B. dünnere Materialien sich nicht nur bei randlosen Brillen "bemerkbar" machen bzw. zwingend -gemäß Vorschrift (!) verwendet werden müssen, sondern dieses eines der wirkungsvollsten Mittel zur Wiederherstellung optimalen Sehens zur Sicherheit der Kunden auch bei anderen Brillenfassungen darstellt.

 

Beteiligen Sie sich bitte mit Ihrer fachlichen Kompetenz bei einem Internetforum (eines habe ich verlinkt), um die Kunden(an-)fragen zu korrekt beantworten und weiteren Schaden infolge dieses Artikels von der Augenoptik abzuwenden.

Es wäre auch hilfreich, wenn einige Kolleginnen und Kollegen der Industrie nachweisen würden, daß nicht -wie dargestellt- die Entnahme eines Brillenglases aus der Produktion teurer ist, als diese in der Entspiegelungsanlage mit „durchlaufen“ zu lassen....., also einen weiteren Fertigungsprozess erfordert.

Für eventuelle Rückfragen stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

 

Wolfgang Hirt

EMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

 

 


 

 

Download dieses Beitrags als pdf-Datei:

LinkW_Hirt_Gegendarstellungen_zum_Sternartikel_Stand_2013_07_31 Link

(Aktualisierungen erfolgen nur auf der Internet-Seite.)

 

 

 

 


 

 

Da ich nicht alle Fragen beantworten kann, stehen Ihnen für eventuelle

Fragen hier Kollegen und Kolleginnen aus der gesamten BRD und Österreich

Link"Frage & Antwort": >>>www.optiker.de/forum<<<Link

 

 


 

Humorig mal verständlich erklärt:

Auch Sachverständige haben Humor. Kölner sogar sehr ;-)

Das gefiel mir und passt sowas von gut...........

 

Nachfolgende Darlegungen zur geforderten Preistransparenz und Einsparmöglichkeiten wurden mit Genehmigung des Verfassers und Kollegen Herrn Udo Steins, Bad Neuenahr-Ahrweiler, von der Site www.augenoptik-steins.de kopiert:

 

„Watt nix kost, iss och nix“ oder doch „Geiz ist geil“ ???

Wir haben uns dazu mal ein paar Gedanken gemacht: Was darf eine Brille kosten?

Kaufpreis für den Kunden  

xxx,-- €

./. Mehrwertsteuer

 

xxx,-- €

./. Gemeinkosten

Materialkosten

xxx,-- €

 

Mieten

xxx,-- €

 

Investitionen

xxx,-- €

 

Abschreibungen

xxx,-- €

 

Beiträge

xxx,-- €

 

Versicherungen

xxx,-- €

 

Fortbildungskosten

xxx,-- €

 

Beratungskosten

xxx,-- €

 

Werbung

xxx,-- €

 

Verwaltung

xxx,-- €

./. Lohnkosten

Beratung

xxx,-- €

 

Sehtest

xxx,-- €

 

Werkstatt

xxx,-- €

 

Anpassung

xxx,-- €

 

Service

xxx,-- €

 

Unternehmerlohn

xxx,-- €

 

Lohnnebenkosten

xxx,-- €

 

Wenn Sie jetzt den Eindruck haben, Ihre Brille wäre zu teuer, lassen Sie uns überlegen, wo eingespart werden kann:

1) Steuern

Schon mal versucht, mit dem Finanzamt zu handeln? Also gut, lassen wir das.

 

2) Mieten, Investitionen, Abschreibungen

Wir sparen bei der Ladengröße und –ausstattung:

- Die Kunden warten vor der Tür, weil das Geschäftslokal zu klein ist (Im Sommer ganz nett, aber bei Regen und Schnee?)

- Ihre Sehstärke wird nicht objektiv mit Präzisionsgeräten vermessen, sondern Sie halten kleine Lesetäfelchen hoch und schauen, ob sich was verändert.

- In der Werkstatt werden Maschinen aus dem Baumarkt eingesetzt. Alles ein bisschen gröber aber dafür preiswerter.

 

3) Beiträge und Versicherungen

Geht nicht, da wir sonst den Laden gar nicht aufschließen dürfen.

 

4) Fortbildungskosten

Wenn Ihr „Brillen-Berater“ Ihr Sehproblem bei Wikipedia nachschlagen muss, sollten Sie sich höflich bedanken und verabschieden.

 

5) Beratungskosten und Verwaltung

Die Bürokratie stellt uns leider vor ähnliche Probleme, wie die Finanzämter = Sparpotential gegen Null!

 

6) Werbung

Können wir uns sparen! - Aber, wenn keiner weiß, dass wir da sind,… ???

 

7) Lohn- und Lohnnebenkosten („AHA!“)

Leider ist der Handwerker in gewissen Situationen gezwungen, seinen Mitarbeitern Lohn für ihre Tätigkeit zu zahlen.

Bleibt die Frage nach der Höhe des Lohnes.

Nun – wir haben festgestellt, dass die Höhe des Lohnes im Allgemeinen sich unmittelbar auf die Anwesenheit und Motivation von Mitarbeitern im Betrieb auswirkt:

•  gar kein Lohn = gar kein Mitarbeiter

•  zu wenig Lohn = die Motivationskurve der Mitarbeiter dürfte sich im untersten Viertel der Skala bewegen. (schon mal eine Servicekraft erlebt, die ihr Trinkgeld nicht behalten darf?)

•  angemessener Lohn = motivierte und interessierte Mitarbeiter

•  zu hoher Lohn = das wollen Sie und ich nicht ;)

 

Sparpotential läge noch in den Dienst- und Handwerksleistungen!

 

• Wir lassen die Beratung weg.

– Sie suchen sich halt selbst was aus!

 

• Wir lassen den Sehtest weg.

– Nehmen Sie die Lesetäfelchen von vorhin.

 

•  Wir lassen die Fertigung, Montage und Einarbeitung weg.

- Glasrohlinge und Gestelle werden im praktischen Beutelchen mitgegeben – nur was für handwerklich geschickte mit entsprechender Heimwerkstatt!

 

• Wir lassen die Anpassung weg.

Bei Problemen mit dem Durchblickspunkt hilft oftmals das Neigen des Kopfes in die entsprechende Position – oder auch leichtes Schielen. Wenn die Brille zu sehr rutscht, greift man zu Einmachgummis oder Kleber. Bei Druckstellen an Nase und Ohr könnten wir Blasenpflaster empfehlen.

 

• Wir lassen den Service weg.

Verbogene Gestelle (was schon mal vorkommen kann) entweder mit dem Fön leicht erwärmen und anschließend in die richtige Position zurückbiegen (wir wünschen Ihnen viel Glück und Erfolg) oder – bei Gestellen, die sich ganz von alleine verbogen haben – einige Tage liegen lassen und warten, ob sie sich wieder zurückbiegen.

 

8) Unternehmerlohn

Sicher ist es eine angemessene Frage, wie viel der Unternehmer selbst verdienen darf oder muss, um sich und seine Familie zu ernähren.

In der Regel ist es jedoch im Mittelstand eher so, dass der Unternehmer zuerst bei sich spart, um den Betrieb am Laufen zu halten. Aber auch er braucht eine Kranken- und Haftpflichtversicherung bzw. schon mal ein Brötchen und etwas Butter. Und wenn letztlich für den Unternehmer nichts mehr „hängen bleibt“, ist der Laden eh schnell zu und wir müssten uns keine Gedanken mehr machen.

 

9) Materialkosten („Da haben wir´s doch!“)

OK – erwischt! Wir können beim Material sparen!

Warum sollten wir unsere Produkte bei einheimischen Lieferanten bestellen, wenn die gleichen Modelle in Asien für einen Bruchteil gefertigt werden können?

Na gut – ein Großteil der Produkte kommt eh schon aus Asien, aber auch da gibt´s noch Möglichkeiten zu sparen. Es muss doch irgendwo im Dschungel eine Fabrik geben, die uns das Material für noch ein paar Cent weniger produzieren kann.

Natürlich kann ich mir dann nicht wirklich ein Bild von den Produktionsbedingungen und verwendeten Materialien machen – aber das ist ja auch viel zu weit weg, würde wieder Reisekosten verursachen und es wird schon halten – für´s Erste.

 

Aber jetzt kommt was ganz Komisches:

Der Anspruch des Unternehmers an die Ware, die er seinen Kunden abgeben möchte!

• Möchte ich billigste Ware bei den Gestellen, die eine Halbwertzeit bis zur Ladentür haben?

• Möchte ich billigste Materialien in den Gläsern, die bei Nebel funktionieren aber bei klarer Sicht das Lösen der Beschichtungen offenbaren?

•  Da wir zudem einen recht überschaubar kleinen Teil an Kunden haben, die in Fernost wohnen oder die bei INTERNET angestellt sind, versuchen wir auch hier ein wenig darauf zu achten, woher wir unsere Ware beziehen.

Letztlich stellt sich spätestens hier die Frage, ob wir als Unternehmer den Anforderungen und Wünschen von Ihnen als Kunden gerecht werden.

 

Watt denn jetz: „Watt nix kost, iss nix“ oder doch „Geiz ist geil“ ???

 

Wie so oft im Leben ist es die goldene Mitte:

 

Hervorragende Ware und Dienstleistung aus einem Meisterbetrieb mit entsprechendem Anspruch zu fairen Preisen!!!

Nur so geht´s – unserer Meinung nach!!!

 

Wir wünschen Ihnen als unserem Kunden, dass Sie

•  mit dem fertigen Produkt mehr als zufrieden sind,

•  sich der gewünschte Seheindruck einstellt,

•  sie über lange Zeit mit unserer Arbeit zufrieden sind,

•  gerne wieder zu uns kommen und – im allerbesten Fall sogar-

•  uns weiterempfehlen!

 

 

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